Fels, Flora, Fauna: Engagement für Biodiversität bei der KFN

Der Steinbruch der Kalkfabrik Netstal ist weit mehr als eine reine Produktionsstätte. In Zusammenarbeit mit den Experten der OePlan GmbH werden Abbauflächen in wertvolle ökologische Lebensräume verwandelt. Durch das Nebeneinander von dynamischen Strukturen und gezielter Renaturierung finden seltene Pflanzen und spezialisierte Tierarten in Netstal ein neues Zuhause.

In Steinbrüchen und Kiesgruben entstehen aufgrund der Abbaudynamik seltene Lebensraumtypen, die in unserer Kulturlandschaft weiträumig fehlen. Es bilden sich sonnenexponierte Steilhänge, karge Schotterflächen und nährstoffarme Pionierstandorte, welche für die KFN weit mehr als betriebliche Folgeerscheinungen sind. «Wir sehen diese Flächen als wertvolle Chance, die Artenvielfalt zu fördern und der Natur Räume zurückzugeben, die sie andernorts verloren hat», erklärt Christian Zoellner, Leiter Vertrieb und Marketing der KFN. 

Professionelle Zusammenarbeit

Im Bereich Ökologie setzt die KFN auf die langjährige Erfahrung der OePlan GmbH. Das Team aus Umwelt- und Landschaftsexperten begleitet den gesamten Prozess von der ersten Konzeption bis zur praktischen Umsetzung. Die gemeinsame Planung beginnt bereits während des laufenden Betriebs, um Sicherheit für die Mitarbeitenden mit ökologischem Weitblick zu vereinen. Bei der Ausgestaltung der Abbauflächen und entlang der betriebsbedingten Wege wird darauf geachtet, dass nebst den funktionalen und sicherheitstechnischen Ansprüchen das ökologische Potenzial bestmöglich ausgeschöpft wird. Das bewusste Anlegen und Pflegen von differenzierten Biotopen wie Kleingewässern, Totholzstrukturen etc. schafft wertvolle Nischen und bietet zusätzlichen Lebensraum.

Ein Paradies für spezialisierte Bewohner

Die Vielfalt der vorhandenen und neu geschaffenen Strukturen lockt «Bewohner» an, die auf extreme Bedingungen angewiesen sind. In den warmen Felswänden und auf den offenen Kiesflächen finden Insekten wie die gefährdete Rotflügelige Ödlandschrecke oder der seltene Libellen-Schmetterlingshaft ideale Bedingungen. Auch Reptilien wie die Zauneidechse sowie hochspezialisierte Wildbienen nutzen das Areal. So bezieht die Östliche Felsen-Mauerbiene geschützte Felsspalten, während die Zweifarbige Schneckenhausbiene ihre Nester in leeren Gehäusen am Boden anlegt.

Die grüne Basis der Rekultivierung

Die Pflanzenwelt bildet das Fundament der neuen Lebensräume. Pionierpflanzen erobern die kargen Flächen; blütenreiche Ruderalflächen sind wichtige Lebensgrundlage für zahlreiche Bestäuber. Nach Abschluss des Abbaus erfolgt die Rekultivierung in einem fein abgestimmten Zusammenspiel zwischen menschlicher Gestaltung und natürlicher Entwicklung. Manche Bereiche werden gezielt eingesät, um invasive Neophyten zu unterdrücken und die Artenvielfalt zu fördern. Andere erobern Kräuter, Sträucher und schliesslich standorttypische Wälder ohne menschliches Zutun zurück. So sorgt die KFN gemeinsam mit OePlan dafür, dass beim Rohstoffabbau die Chancen zur Förderung von Naturwerten genutzt und umgesetzt werden.